Homeoffice und Homeschooling unter einem Dach

Wir stehen alle vor besonderen Herausforderungen. Die Eltern müssen ihr Kind oder Kinder zu Hause beschulen. Das ist neben der Arbeit nicht immer leicht, wie dieser Bericht einer Mutter aus unserer Grundschule zeigt (den Namen des Kindes haben wir mit „Sohn“ ersetzt, damit die Verfasserin anonym bleibt).

Haben Sie ähnliche Erfahrungen, an denen Sie uns teilhaben möchten? Dann schreiben Sie uns an jutta.gneveckow@khh.hamburg.de und wir veröffentlichen Ihren Bericht hier. So sehen die Eltern auch, dass sie nicht allein sind und es allen ähnlich geht.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Es ist glücklicher Weise so, dass mir ein Home-Office eingerichtet wurde und mein Sohn nicht alleine zu Hause ist.

Mein Tagesablauf gestaltet sich nun wie folgt: Ich starte meinen Tag um 6:30h. Mein Mann verlässt das Haus um 6:45h. Nachdem ich dann alles Erforderliche erledigt habe (Frühstück vorbereiten etc.), ist nun auch mein Sohn um 8h bereit mit Zähneputzen, anziehen (schulfertig machen)… das ganze dauert allerdings etwas länger als üblich.

Sobald ich meinen ersten Check-Up meiner Mails abgeschlossen habe, klingelt auch schon für meinen Sohn der erste Wecker (seine erste Stunde beginnt). Er sitzt brav neben mir und arbeitet an seiner ersten Mathe-Seite… soweit es möglich ist … denn Träumen ist im eigenen Hause schöner als Addition *lach. Somit dauert es laaaaange. Auf ein ständiges „Sohn konzentrier dich“ folgt dann ein „Ja Mama, aber…“.

Der Wecker klingelt; erste Stunde rum; kaum was geschafft, weder mein Sohn noch ich.

Ich nutze die nächste halbe Stunde um wenigstens einigermaßen meinen Chef bei Laune zu halten. Neben ständigen Telefonaten (beruflich versteht sich, denn ich muss auch telefonisch erreichbar sein) muss ich nun auch darauf achten, das mein Sohn sein Soll erfüllt; also Arbeit unterbrechen und ihn ermahnen. Auf zur nächsten Stunde … gleiches Lied.

Ach, ja, private Mails lesen… „Sohn, die ist für dich: bitte vorlesen“; Mama hört zu (arbeitet also nicht!). „Sohn anziehen, wir müssen in die Schule, den Umschlag abholen.“ (Ich arbeite immer noch nicht!)

Nachhause kommen, kurz Mittag essen; nächste Stunde: aahh Englisch, Deutsch (verdammt; Rückfragen (!)– wieder nix mit Arbeit)

Das ganze Spiel geht fröhlich weiter bis wir es späten Nachmittag haben.

Gearbeitet habe ich im Schnitt 4 Stunden. Mein Soll sind 6 Stunden wenn ich im Büro bin.

Fazit: Gleichzeitiges Home-Office und Home-Schooling ist nichts für schwache Nerven und ist aktuell eine wirkliche Herausforderung. Für mich und für meinen Sohn. Da bleibt kaum Zeit für Langeweile 🙂

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